„Loyalität erfordert Wertschätzung – Wertschätzung fördert Loyalität“

vdla gewerkschaft fordert, dass die Beschäftigten nicht hinter den Zielen des Digitalisierungsprozesses zurückstehen.

29. Apr 2017

Am 27. / 28. April 2017 führte die vdla gewerkschaft ihren turnusmäßigen Gewerkschaftstag mit ihrem neuen Vorsitzenden, Himmet Ertürk, in Kaarst unter dem Motto „Loyalität erfordert Wertschätzung – Wertschätzung fördert Loyalität“ durch.

 

Auf dem Gewerkschaftstag wurden nicht allein gewerkschaftliche Themen behandelt, sondern es stand auch die Neuwahl des Landesvorstandes auf der Agenda. Nachdem der bisherige Vorsitzende Guido Arens für eine weitere Amtszeit leider nicht mehr zur Verfügung stand, war eine neue personelle Aufstellung des Vorstandes erforderlich. Erfreulich ist, dass die Delegierten dem Vorschlag des ehemaligen Vorsitzenden folgten und mit Himmet Ertürk einen Nachfolger wählten, der zugleich auch für einen Generationswechsel steht.

 

Zur Unterstützung des neuen Vorsitzenden sind in der Stellvertretung Ingrid Straub (MFKJKS NRW), Thorsten Barzik (MGEPA NRW) und Theo Renninghoff (BR Arnsberg) und als weitere Mitglieder Birgitt Linden (UK Aachen), Anja Emler (Stk NRW), Roland Ferres (BR Düsseldorf) und Rüdiger Emler (FM NRW) gewählt worden. Die Finanzen legten die Delegierten erneut in die bewährten Hände von Björn Herrmann (BR Düsseldorf). Vervollständigt wird der Vorstand durch den Vorsitzenden der Tarifkommission, Karlheinz Semmler (UK Aachen), und der Landesjugendleiterin Eileen Claesges (LBV NRW).

 

Rund 250 Gäste aus Verwaltung, Politik, befreundeten Verbänden und den Delegierten waren bei der öffentlichen Veranstaltung des Gewerkschaftstages interessierte Zuhörer. Für die Stadt Kaarst, bereits zum wiederholten Male Veranstaltungsort, begrüßte zunächst die Bürgermeisterin, Dr. Ulrike Nienhaus, die Anwesenden. NRW-Innenminister Ralf Jäger, der stellvertretende Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion und zugleich Komba-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach sowie Andreas Hemsing als Vertreter des DBB Landesbundes NRW und in seiner Funktion als Komba NRW Vorsitzender wandten sich anschließend mit Grußworten an die Delegierten und Gäste.

 

In einer Diskussionsrunde mit dem neuen Vorsitzenden im Rahmen der Öffentlichkeitsveranstaltung stellten sich die Abgeordneten Hartmut Ganzke (SPD), Matthi Bolte (Grüne), Robert Stein (CDU) und  Dr. Joachim Paul (Piraten) den Fragen von Moderator Tom Hegermann zum Thema Digitalisierung und E-Governmentprozess. Erkennbar waren die einschneidenden Veränderungen, die sich für die Landesverwaltung insgesamt abzeichnen werden.   

 

In der Arbeitstagung am Vortag hat sich erneut gezeigt, dass weiterhin in vielen Bereichen dringender gewerkschaftlicher Handlungsbedarf besteht. Eine Vielzahl von Anträgen wurden behandelt und werden das Arbeitsprogramm der Wahlperiode wesentlich bestimmen. Als aktuelle Problemfelder werden u. a. folgende Themen gesehen:

 

-   Der Pflegenotstand mit dem Ziel, den Personaluntergrenzen mit einem realistischen Konzept entgegenzuwirken.

 

-   Das Dienstrecht, dass im Hinblick auf die Gewinnung junger Menschen für eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst einer zusätzlichen Attraktivitätsinitiative bedarf und bezogen auf die bereits vorhandenen Potentiale den Beschäftigten weitergehende Perspektiven eröffnen sollte.

 

-   Der Versorgungsfonds, dessen Zuflüsse in ausreichendem Umfang sichergestellt werden müssen, damit eine strukturelle Aushöhlung der künftigen Pensionen verhindert wird.

 

-   Das Beihilfesystem mit dem Ziel, allen Bestrebungen, es abzuschaffen, entschieden entgegenzutreten.

 

-   Das Tarifrecht, dessen Entgeltordnung zwingend an die aktuellen Entwicklungen - so wie es beim Bund und den Kommunen mittlerweile geschehen ist - angepasst werden muss.

 

-   Der E-Governmentprozess, durch den sich enorme Veränderungen in der Arbeitsorganisation und den einzelnen Arbeitsplätzen abzeichnet und dessen ehrgeizig formulierten Ziele einer besonderen, aufmerksamen und kritischen Begleitung durch Personalvertretungen und Gewerkschaften bedürfen. 


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